Eine Woche alleine auf Urlaub – eine Herausforderung – eine große Herausforderung!!!
Eine Woche alleine auf Urlaub – eine Herausforderung – eine große Herausforderung!!!
Nach 25 Jahren Beziehung, 19 Jahre Mutter sein, aufwachsen in einer Großfamilie alleine wegfliegen.
Gut ich hatte die Option meinen Urlaub alleine daheim zu verbringen oder mutig zu sein und alleine das Abenteuer wagen… und ich kann euch sagen, es war so viel besser als ich jemals dachte!
Eine Woche nur ICH – was ICH will, wann ICH aufstehen will, wann ICH am Strand gehe, wie lange ICH am Strand bleibe, ob ICH in die Stadt fahre, was ICH essen möchte … ganz viel ICH!
Aber so ganz einfach war es nun doch nicht. Am Anfang fühlte ich mich total verloren und überfordert mit dieser vielen Freiheit. Ich war so programmiert auf „gemeinsam“, dass ich nicht wusste, was ich wirklich mit mir selbst anfangen soll. Es ist schon erschreckend, wie schnell ich mich in den Jahren des Funktionierens verloren und vergessen habe.
Erstaunlicherweise hab ich mich schnell eingewöhnt und die Vorteile des alleine Reisens genossen. Dank WhatsApp und Instagram habe ich mich nie wirklich alleine gefühlt. Darüber war ich auch überrascht, denn ich dachte im Voraus, dass ich mich sicher unglaublich einsam und alleine fühlen werde. Tja, war nicht so.
Was ich allerdings unterschätzt habe, waren die Mahlzeiten alleine.
Vor allem das Frühstück war meine größte Herausforderung – eine Frau alleine in einem Urlaubshotel ist offenbar immer noch eine Seltenheit. Umgeben von Paaren, Freundesgruppen, Mädls-Gespannen saß ich alleine auf einem Tisch und wurde manchmal sehr seltsam angeblickt. Das hat mich extrem getriggert – ja, auch eine Heilpraktikerin für Psychotherapie hat ihre Trigger – der Vorteil ist, dass ich meine sehr gut kenne.
Ich merkte schnell, dass ich das traumhafte Frühstück nicht genießen konnte und das hat mich wiederum geärgert. Also die Herausforderung angenommen und beschlossen, den anderen keine Macht über mein Leben zu geben. Die ersten zwei Tage waren wirklich anstrengend – ich hab mich gezwungen zig mal zum Buffet zu gehen und ganz lange sitzen zu bleiben, trotz der Blicke. Am dritten Tag war es mir egal und ich hatte wieder einen meiner inneren Dämonen besiegt. Ich war und bin so stolz auf mich!
GENAU deshalb ist alleine verreisen so wichtig:
Man wird mit seinen Dämonen konfrontiert. Mit den Situationen, die man sich nicht zugetraut hat. Erkennt wo man von jemand anderen abhängig war oder ist. Findet heraus, was man wirklich gerne macht und bisher immer den Andern zuliebe gemacht hat.
Alleine verreisen bedeutet auch eine Reise zu sich selbst – sich neu kennen zu lernen – neue Seiten von sich selbst entdecken. Ich kann es jedem wirklich von Herzen empfehlen – trotz der vielen Herausforderungen!
PS: Heute klingt alles so einfach, aber das war nicht immer so. Vor 6 Jahre traute ich mich nicht einmal alleine in ein Kaffeehaus. Was mach ich da alleine? Wie armselig sieht das doch aus, wenn ich da alleine sitze? Was denken die Anderen über mich?
Dank einer tollen Psychotherapie habe ich gelernt zu verstehen, warum ich so viel Angst hatte – vor allem von der Bewertung anderer (=>der Trigger vom Frühstück im Hotel). Ich habe meine Glaubenssätze und Muster erkannt, verstanden und bearbeitet – mühsam in jeder Sitzung. ABER es hat sich ausgezahlt!!!
Damals war es undenkbar nur einen Tag alleine nach München zu fahren und heute fliege ich alleine eine Woche in den Urlaub!
FAZIT => eine gute psychotherapeutische Begleitung und etwas Mut zahlt sich absolut aus!!!
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