Psychotherapie F.A.Q.
oder „Fragen, die (fast) alle haben“
- Die erste Mail – die erste Kontaktaufnahme … Was schreibt man da bitte?!?
Ich kenn das von mir selbst- man sitzt vor einem Kontaktformular und hat keine Ahnung was und wie man schreiben soll. Beginnt – löscht – beginnt wieder und irgendwann hat man es entweder geschafft oder man gibt aus.
Deshalb bitte ich dich – SEI ENTSPANNT und UNPERFEKT – schreib einfach, was dir durch den Kopf geht und vergiss Rechtschreibregeln oder Knigge. Es gibt kein richtig oder falsch.
Schreib einfach total unkompliziert zwei Sätze oder einen kleinen Roman, ganz wie es sich für dich richtig anfühlt.
- Musst du dich auf den ersten Termin vorbereiten?
Ganz wichtig: Du musst gar nichts! Du darfst einfach so kommen, wie du bist.
Es kann sein, dass ich dir vor unserem ersten Termin ein oder zwei Fragen schicke und auch da musst du gar nichts. Wenn du sie nicht beantworten willst oder sie für dich nicht wichtig sind – auch perfekt für mich. Komm einfach genauso, wie es sich für dich richtig anfühlst – mit Fragen und Liste oder ganz unvorbereitet.
- Musst du schon kurz vor dem „Zusammenklappen“ sein, bevor du kommen darfst?
Nein, bitte nicht!!!! Sieh es so: Kleine Dinge werden groß und große Dinge machen Probleme!
Für mich ist Psychotherapie wie eine Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt. Mir geht es nicht gut, also schau ich es mir gemeinsam mit einem Experten an. Egal wie „groß“ oder „klein“ es ist – ob es aktuell oder schon ewig da ist – wichtig ist, dass es dir wieder gut geht!
- Kann ich – nur indem ich dich ansehe – wissen, was du denkst und fühlst?
NEIN! Ich kann niemanden „durchleuchten“ und ich weiß absolut nicht, was in meinem Gegenüber vorgeht oder was er denkt oder fühlt. Ich kann definitiv keine Gedanken lesen.
- Was passiert in der ersten Sitzung?
Ganz einfach – wir lernen uns kennen. Wir machen es uns gemütlich, du erzählst, was du magst oder ich stell dir ein paar Fragen. Du kannst natürlich auch gerne mich alles fragen. Wir klären auch ein paar rechtliche Angelegenheiten.
Das Wichtigste ist aber, dass du dich wohlfühlst! Denn nur wenn du entspannt bist, dich frei und sicher fühlst, funktioniert Psychotherapie.
- Wie lange dauert eigentlich so eine Psychotherapie?
Das entscheidest ganz du. Du bist der Chef / die Chefin!
Es geht nach deinem Tempo und nach deinen Bedürfnissen!
- Warum sagt die gesetzliche Krankenkasse: „viel Erfolg, aber ohne uns“?
Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, weil sie nicht Teil der vertragsärztlichen Versorgung sind. Die Kassen dürfen nur Leistungen bezahlen, die über das Sozialgesetzbuch geregelt sind und von approbierten Psychotherapeut:innen oder Ärzt:innen mit Kassenzulassung erbracht werden. Diese arbeiten im sogenannten Kassensystem. Heilpraktiker für Psychotherapie haben zwar eine staatliche Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie (nach dem Heilpraktikergesetz), aber keine Kassenzulassung. - Warum eigentlich Heilpraktikerin für Psychotherapie – und nicht „Warten bis nächstes Jahr“-Therapie?
Ein Vorteil ist oft, dass man relativ schnell einen Termin bekommt, statt ewig auf einen Platz zu warten.
Und es läuft etwas freier ab, weil man nicht an die ganzen Kassen-Vorgaben gebunden ist. Heißt: weniger Schublade,
mehr individuell schauen, was gerade wirklich gebraucht wird – ohne Formular-Dschungel im Hintergrund.
- Coaching oder Psychotherapie – klingt ähnlich, ist aber nicht ganz dasselbe … oder doch?
Coaches arbeiten ohne staatlich geregelte psychotherapeutische Ausbildung und bewegen sich vor allem im Bereich von Zielen, Alltagsthemen und „wie kriege ich mein Leben besser sortiert im Hier und Jetzt“.
Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen dagegen auch psychotherapeutisch arbeiten – also nicht nur sortieren und motivieren, sondern auch dann da sein, wenn es innerlich etwas mehr „Gewicht“ hat. Und ja, sie dürfen dabei auch ganz normal coachend unterstützen, wenn es eher um Orientierung und Veränderung geht.
Kurz gesagt: Coaching arbeitet oft eher mit dem, was gerade sichtbar ist – also aktuellen Themen, Zielen und dem, was im Alltag verändert werden soll.
Heilpraktiker für Psychotherapie gehen zusätzlich auch einen Schritt tiefer und schauen nicht nur aufs Symptom, sondern auch auf mögliche Ursachen, Muster und das, was dahinter liegt – damit es nicht nur kurzfristig besser wird, sondern sich wirklich etwas lösen kann.