Wir alle haben Beziehungen – Freundschaften, Familie, Kollegen und natürlich unsere Partnerschaften – und seien wir mal ehrlich:
Sind sie leicht? Also so immer? Nein oder … Wieso ist das so?

Tja, zuallererst weil wir einfach alle nur Menschen sind und keine Maschinen.
Wir sind alle einzigartig und wir alle haben eine unterschiedliche Erziehung, andere Erfahrungen, Prägungen und Glaubenssysteme.
Dadurch entstehen einfach ganz viele Reibungspunkte und Konflikte, aber auch herrliche Momente und Verständnis füreinander.
Wir finden nämlich immer genau die richtigen Menschen, die wir brauchen, damit wir uns weiterentwickeln und wachsen….und es uns einfach gut geht.

Aber wenn das so schön logisch und easy wirkt, wieso ist es in der Realität oft so schwer?
Wieso streiten wir, obwohl wir uns nur unterhalten sollten?
Wieso hören wir nur zu und nehmen uns nicht selbst genug Raum?
Wieso sagen wir nicht, was wir wirklich sagen wollen, weil wir einfach immer lieb sein wollen?
Wieso sagen wir immer wieder Dinge, obwohl wir wissen, dass wir den anderen damit verletzen?
Wieso fühlen wir uns nicht richtig gesehen, gehört oder geliebt?

… weil wir einfach alle einen Filter vor den Augen, Ohren und dem Herzen haben – einen Filter, der uns beschützt, auch wenn wir ihn überhaupt nicht brauchen. Er ist einfach immer aktiv und scannt immer auf Gefahr und Bedrohung.

Dieser Filter kam nicht plötzlich und er geht auch nicht plötzlich.
Er kam zu uns weil wir im Laufe unseres Lebens verletzt wurden, übersehen wurden, abgelehnt wurden, beleidigt wurden, … und er wurde dadurch immer stärker und ist 24/7 aktiv.

Wenn wir uns also in einer unserer Beziehungen bedroht fühlen, dann wird dieser Filter noch aktiver, als er schon ist.
Er wittert überall eine Landmine und genauso verhalten wir uns dann auch … wir suchen Landminen in Worten, Taten, Körperhaltungen … und das Gemeine ist, dass es oft gar keine Landminen gibt … er reagiert nur über.

Damit unsere Beziehungen – für uns selbst – gut und richtig sind, müssen wir diesen Filter verstehen.
Wo kommt er her? Vor was genau will er uns so beschützen? Warum ist er manchmal extrem und manchmal zart? Wie funktioniert er?
Aber auch — Wovor hält er uns ab? Wo blockiert er uns?
Ihm ist es nämlich egal, ob er uns vor dem vermeintlich Bösen oder dem Guten beschützt … und ja, das ist wirklich ein Problem!

Dieser Filter kam langsam in unser Leben und hat einen fixen Platz in unseren Gedanken und Gefühlen.
Deshalb ist es – da werdet ihr mir jetzt wahrscheinlich zustimmen – eigentlich unmöglich, dass er einfach so von heute auf morgen verschwindet. Viele denken ja „ah, ich steh da drüber“ oder „ein paar Affirmationen und schon ist er weg“ … nope, es wäre echt schön, wenn es so einfach wäre.
Dieser Filter klebt an uns wie Sekundenkleber!

ABER jetzt kommt das BESTE => dieser Filter ist nicht in Stein gemeißelt!
Du kannst ihn langsam wieder von dir ablösen – eben wie Sekundenkleber. Allerdings dauert das etwas, denn er will uns ja nicht schutzlos der Welt übergeben.

Also wie soll das „Loslösen“ dann funktionieren?
Eben indem man sich diese Fragen von oben genau ansieht und versteht, warum er da ist. Selbst erkennt wo man die Macht über sein eigenes Leben, seine Worte, seine Taten, seine Gefühle oder Gedanken verloren hat. Sich selbst mehr versteht und der Chef/die Chefin von diesem Filter wird.
Komplett weggehen wird er nie – was auch gut ist, denn vergesst nicht: er beschützt uns – aber ab jetzt dann bitte zu unserem Wohle und unseren Bedingungen.

Solltest du jetzt denken „Moment, ich glaub, ich hab auch so einen Filter“ und willst dir wieder die Macht über dein Leben zurückholen, quasi die Chefin/der Chef deines Lebens wieder werden, dann freue ich mich – gemeinsam mit dir – deinen Filter genau anzusehen, zu verstehen und auf seinen richtigen Platz hinzuschieben.


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